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Geschichte der Saline zu KÖsen
1681 Der Sulzaer Salzschreiber Christner regt beim kursächsischen Hof in Dresden die Niederbringung eines Schachtes zum Auffinden versiedbarer Sole an und erhält auch die notwendige allerhöchste Unterstützung.
1687 Der Versuch Christners wird ergebnislos abgebrochen, weitere Versuche von privaten Unternehmern scheitern nachfolgend ebenfalls.
1725 Entdeckung des Mühlbrunnens auf dem westlichen Ufer der Saale, der schwachkonzentriert
als Trinkbrunnen Verwendung findet, faktisch bereits der Beginn der therapeutischen Nutzung der Sole.
1727 Wiederaufnahme der Arbeiten am alten Schacht, diesmal mit energischer Unterstützung des
Kurfürsten von Sachsen und Königs von Polen August dem Starken, der den Schacht von
einer eigens eingesetzten kurfürstlichen Kommission prüfen lässt, an der J.Gottfried Borlach,
mit fachmännischen Rat erheblichen Anteil hat.
1730 In 147 m Tiefe tritt endlich eine verwendbare Sole zu Tage, Grundlage des von Borlach erbauten Salzwerkes in unmittelbarer Nähe. Neben den Siedehäusern entsteht das untere, heute nicht mehr vorhandene Gradierwerk. Die Hebung der Sole erfolgt über eine Wasserkunst,
an der Kleinen Saale. Der Höhenunterschied durch das bereits bestehende Wehr, gewährte
dem Antrieb ausreichende Kraft. Dieses sogenannte untere Wasserrad besteht heute noch,
allerdings in stark abgewandelter Form.
1731 Der zweite Schacht, der heute noch betriebene Schacht, nach Borlach benannt, wird abgeteuft und liefert aus 175 m Tiefe ab 1735 gleichfalls Sole, die über das untere Gradierwerk
der Pfannensiederei zugeleitet wird.
1737 Die erste Ausbaustufe des Kösener Salzwerkes ist erreicht. Die Kurfürstlich Sächsische Salinenverwaltung, zu der die 1727 erbaute Saline in Artern und später die von Dürrenberg gehören, erfolgt von Kösen aus. Erster Direktor ist J. Gottfried Borlach, in seiner Abwesenheit
ist sein Bruder J. Hermann, im gleichen Jahr zum Salzinspektor ernannt, für den Betrieb verantwortlich.
1779 Baubeginn eines neuen Gradierwerkes, des heutigen, unter dem Direktorat L. von Beust
durch den Salinenbaumeister Schröter. Die exponierte Lage erforderte wesentliche Verbesserungen der statischen Konstruktion und eine effizientere Regulierung des Gradierprozesses zur Vermeidung von Verlusten durch Wind.
1781 Eine grundlegende Erneuerung der Wehranlage schafft die Voraussetzungen für die Errichtung des oberen Wasserrades, welches über ein Doppelfeldgestänge die Pumpen im Borlachschacht und ein weiterführendes Gestänge auf Gabelschwingen die Gradierpumpen antreibt.
Die manuellen Gradierpumpen werden überflüssig.
1793 Zur Erhöhung der Produktion wird im Salzwerk ein Siedesolereservoir mit gleichzeitiger
Dachgradierung errichtet.
1805 Das Salzwerk hat seine endgültige Ausbaustufe erreicht. Dazu gehören u.a. 2 Gradierwerke,
3 Siedehäuser, 2 Solschächte, 2 Wasserkünste mit diversen Feldgestängen sowie aller weiterer bergmännisch und produktionstechnisch notwendiger Einrichtungen.
1809 Das obere Gradierwerk erfährt eine Erweiterung im nördlichen Teil. Dieser Teil, durch den
Maschinenbaumeisters Henschel errichtet, zeichnet sich durch eine widerstandsfähigere
Konstruktion der tragenden Teile aus und dient der Erweiterung der Repetierfälle.
1811 Versuche des Salinendirektors Senff, Sonnenenergie zur Salzherstellung, ähnlich den Salzgärten der Atlantikküste, zu verwenden, werden erfolglos eingestellt.
1816 Nach der Abtretung des Thüringer Kreises Sachsens an Preußen wird der Salinenbetrieb
dem Oberbergamt in Halle unterstellt.
1818 Das Kunstgestänge wird durch den Freiberger Kunstmeister Brendel umfassend saniert und
verbessert, und zeigt diese Konstruktion ohne wesentliche Änderung bis heute.
1819 Mit der Festsetzung von Preisen zur Abgabe der Sole für Badezwecke, beginnt ein geregelter Badebetrieb unter der Leitung der Salinenverwaltung.
1833 Die Salinenverwaltung richtet das erste Flussbad unterhalb der Wasserkunst, die für den
notwendigen Wellengang sorgt, ein. Sole aus dem oberen Schacht kann hinzu gegeben werden.
1837 Im Dachgebälk eines Siedehauses wird eine Dampfdusche, Vorläufer der späteren Inhalierhallen von der Salinenverwaltung und dem Knappschaftsarzt eingebaut und erprobt.
1845 Die erste öffentliche Badeanstalt, die mit Genehmigung des Oberbergamtes und Unterstützung der Knappschaftskasse errichtet wurde, nimmt den Badebetrieb auf.
1846 Bildung einer Badekommission, die zunächst noch der Salinenverwaltung untersteht und die
den Badebetrieb organisiert und die Einhaltung der erlassenen Badeordnung überwacht.
1848 Der Knappschaftsarzt Dr. Rosenberger errichtet das erste Solebad, in welches elektromagnetische Ströme eingeleitet werden, auf der Radinsel.
1849 Die Saline arbeitet an der Obergrenze der Leistungsfähigkeit und beschäftigt 60 Personen.
51.000 Zentner Kochsalz und 16.000 Zentner Glaubersalz werden produziert und daneben im zunehmenden Maße Sole für den Badebetrieb bereitgestellt.
1858 Der preußische Regent verfügt die Einstellung des Salzwerkes wegen Effektivitätsnachteilen
gegenüber der Salzgewinnung aus den Steinsalzlagerstätten.
1860 Abbruch der gesamten Produktionsstätten des Salzwerkes. Durch Initiative der Salinenverwaltung und des Geheimen Bergrates Backs wird die Genehmigung erteilt, die Soleförderung
für Badezwecke und die dafür notwendigen Anlagen einschließlich des oberen Gradierwerkes bestehen zu lassen.
1861 Die Anlagen und der Badebetrieb gehen auf die Königliche Regierung in Merseburg über.
Diese setzt vor Ort eine Badekommission ein, der erstmals auch Vertreter der Gemeinde angehören. Danach beginnt der Aufschwung zu einem gefragten Badeort.
1895 Der Badebetrieb samt Anlagen und Nutzungsrechten wird auf die Stadt Kösen übertragen.
Verbunden damit ist die Auflage, die Sole nur für medizinische Zwecke zu nutzen. Das Gradierwerk wird fest in den Kurbetrieb eingebunden und trotz vielfacher Schwierigkeiten und
oftmaligen Geldmangels in einem Zustand gehalten, der den Anforderungen eines Solbades
entspricht und die nach und nach entstehenden modernen Kuranlagen mit der notwendigen
Bade- und Inhalationssole versorgen kann.
1934 Bau des noch heute vorhandenen Gradierwerksmodells für die Ausstellung „Kultur und Heimat“ in Leipzig.
1935 Kösen wird die Führung des Badtitels als Bestandteil des Ortsnamens genehmigt.
1953 Die Stadt überträgt neben dem Kurbetrieb auch alle salinentechnischen Anlagen der staatlichen Sozialversicherungsanstalt der DDR. Die Rechtsträgerschaft und damit die Betreuung
und Unterhaltung liegt nun in den Händen des Volkssolbades „Ernst Thälmann.“
1959 Ausbau und Zerstörung der historischen Fördertechnik am Gradierwerk und im Schachtgebäude. Die Anlagen werden durch Elektropumpen ersetzt.
1961 Die Bergakademie Freiberg veranlasst den Nachbau der Kunstkreuze, allerdings werden diese vor dem Schacht in das Kunstgestänge eingebaut, da der Schacht selbst mit einer Stahlbetondecke verschlossen wird.
1963 Beginn der Sanierung des Kunstgestänges durch den Mühlenbaumeister Lorenz. Nach einem
zehnjährigen Bemühen um eine Firma werden die Arbeiten mit mehrfacher Unterbrechung 1968 abgeschlossen. Das Gestänge konnte somit weiter erhalten werden.
1973 Eine Windhose zerstört mehrere Gebindefelder, die ab 1974 wieder erneuert werden.
1982 Durch den VEB Denkmalpflege wird die Sanierung des Gradierwerkes begonnen, immer
wieder unterbrochen von Materialmangel und fehlenden Bilanzen, aber auch durch Sturmschaden, der 1984 eine erneute Lücke reißt.
1990 Die Stadt erhält alle im Rechtträgerschaft des Volkssolbades stehenden Kuranlagen zurück
und überträgt diese der neugegründeten Kurbetriebsgesellschaft zum Eigentum.
1991 Mit der Bereitstellung erheblicher Fördermittel des Bundes und Landes, rd. 4 Millionen DM
allein für das Gradierwerk, erfolgt eine umfangreiche Sanierung und Neuerrichtung der fehlenden Teilstücke, sowie die Erneuerung der Gestänge und der Modernisierung der gesamten
Solefördertechnik. Die Arbeiten dauern bis 1994 an, können aber wegen fehlender Förderung
nicht fortgesetzt werden.
2000 Errichtung einer neuen Servicestelle für Inhalationen, Erweiterung des Inhalationsumganges
und Rekonstruktion des Umkleidehauses des alten Wellenbades neben dem Gestängewasserrad. Erweiterung der Inhalationszeiten bis Oktober und Einführung regelmäßiger Besichtigungsmöglichkeiten des Oberdecks.
2001 Abbruch der Stahlbetondecke über dem Borlachschacht und nachfolgender Einbau der beiden nachgebauten Kunstkreuze über dem Schacht und die Öffnung für den Besucherverkehr.
2002 Beginn der Erneuerung der übrigen 8 Gebindefelder mit Mitteln der regionalen Wirtschaftsförderung, Zuschüssen der LVA Sachsen Anhalt und des Grdierwerk Fördervereins Bad Kösen e.V..
2003 Sanierung der Welle, der Schützen und der Auflager des Gestängewasserrades mit Mitteln
des Stadtsanierungsprogramms.
April 2003 Kursaisoneröffnung und Festakt zum 10 jährigen Bestehen des Fördervereins.
Erstmals seit Jahrzehnten befindet sich die Anlage in einem voll funktionsfähigen Zustand,
nicht zuletzt dank großem Engagements und finanzieller Unterstützung durch den Gradierwerkförderverein
2006 Im Rahmen des Einbaues einer Netzantenne wird der obere Teil des Förderturmes auf dem
Oberdeck einer umfassenden Sanierung unterzogen.
2007 Einbau eines Nachbaus der historischen Kolbenpumpe im Borlachschacht.
2008 Ganzjähriger Einsatz eines Gästebetreuers am Schachtgebäude.
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Oberdeck
Durchgang
Dornstein
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